
Frequently Asked Questions
Seit 2016 gilt die Gelbfieber-Impfung nach WHO-Beschluss lebenslang. Eine einzige Dosis reicht damit für alle künftigen Reisen in Gelbfiebergebiete. Ausnahmen gelten für Personen, die vor dem zweiten Lebensjahr erstgeimpft wurden, während einer Schwangerschaft geimpft wurden oder an einer HIV-Infektion mit geschwächtem Immunsystem leiden – diese Gruppen benötigen eine einmalige Auffrischung.
Mehr als 30 afrikanische Länder sowie Französisch-Guayana verlangen den Impfnachweis von allen Einreisenden. Dazu gehören u. a. Nigeria, Ghana, Senegal, Ruanda, Angola und die Demokratische Republik Kongo. Länder wie Kenia, Tansania, Uganda oder Indien fordern den Nachweis nur bei Einreise aus Endemiegebieten. Die aktuellen Listen veröffentlichen das RKI und das Auswärtige Amt.
Die Gesamtkosten für eine Gelbfieber-Impfung liegen in Deutschland zwischen 80 und 150 Euro. Der Impfstoff kostet ca. 60 bis 90 Euro, das Arzthonorar an einer spezialisierten Praxis kommt mit 20 bis 50 Euro hinzu. Wer beim selben Besuch mehrere Reiseimpfungen kombiniert, zahlt das Honorar nur einmal und spart dadurch.
Bei Leberzirrhose muss die Entscheidung zur Gelbfieber-Impfung individuell mit einem Tropenmediziner abgewogen werden, da keine generelle Empfehlung existiert. Da die Gelbfieber-Impfung ein Lebendimpfstoff ist, ist besondere Vorsicht bei eingeschränkter Leberfunktion geboten. Als Alternative kann in begründeten Fällen ein Waiver-Zertifikat ausgestellt werden.
Gelbfieber ist eine durch das Gelbfiebervirus (ein Flavivirus) verursachte Tropenkrankheit, die durch Aedes aegypti-Mücken und Haemagogus-Arten übertragen wird. Sie kommt in 47 Ländern Afrikas und Südamerikas vor, wo rund 900 Millionen Menschen dem Risiko ausgesetzt sind. Die WHO schätzt jährlich rund 200.000 Erkrankungen und 30.000 Todesfälle.
In schweren Fällen sterben 20 bis 50 Prozent der Erkrankten. Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen, bei etwa 15 Prozent der Patienten folgt eine toxische Phase mit Organversagen, inneren Blutungen und Leberversagen. Spezifische antivirale Medikamente gibt es nicht, und Intensivmedizin ist in vielen Endemiegebieten kaum verfügbar.
Das Immunsystem entwickelt seinen vollen Schutz erst zehn Tage nach der Injektion. Erst dann gilt das internationale Impfzertifikat (ICVP) nach WHO-Vorschriften als gültig und ist bei der Einreise in Pflichtländer anerkannt. Wer weniger als zehn Tage vor dem Abflug geimpft wird, hat beim Grenzübertritt keinen gültigen Nachweis.
Die Gelbfieber-Impfung darf in Deutschland ausschließlich an offiziell zugelassenen Impfstellen verabreicht werden. Dazu zählen Tropeninstitute, reisemedizinische Fachpraxen mit behördlicher Zulassung, Flughafenmedizinen und einige Stadtgesundheitsämter. Die aktuelle, offizielle Liste zugelassener Stellen veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).
Empfohlen werden vier bis sechs Wochen Vorlauf vor der Reise. Dieser Zeitraum stellt sicher, dass das Impfzertifikat zehn Tage nach der Impfung gültig ist, und lässt Raum, weitere Reiseimpfungen wie Hepatitis A oder Typhus beim selben Termin zu koordinieren. Last-Minute-Reisende unter zehn Tagen vor Abflug erhalten die Impfung, aber kein gültiges ICVP.
Gesetzliche Krankenkassen erstatten die Gelbfieber-Impfung in der Regel nicht, da sie als Reiseimpfung gilt und nicht zur Standardvorsorge zählt. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten häufig je nach Tarif. Bei beruflich bedingten Reisen in Endemiegebiete kann der Arbeitgeber zur Kostenübernahme verpflichtet sein.
Typische Nebenwirkungen sind lokal und befristet: Rötung, Schmerz und leichtes Fieber in den ersten drei bis sieben Tagen. Eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation ist die Gelbfieber-Impfstoff-assoziierte viszerotrope Erkrankung (YEL-AVD), die bei etwa einer von 250.000 Dosen auftritt. Das Risiko steigt ab einem Alter von 60 Jahren spürbar an.
Personen mit ausgeprägter Immundefizienz, aktiver Thymuserkrankung oder bekannter Hühnereiweißallergie sollten die Impfung vorab mit einem Arzt besprechen, da der Impfstoff auf Hühnerembryonen basiert. Für diese Gruppen ist in begründeten Fällen ein Waiver-Zertifikat als Ersatzdokument möglich. Bei Leberzirrhose ist eine individuelle Abwägung mit einem Tropenmediziner erforderlich.
Das ICVP (International Certificate of Vaccination or Prophylaxis) ist der offizielle Nachweis der Gelbfieber-Impfung nach WHO-Vorschriften. Es muss Impfdatum, Impfstoffname, Chargenbezeichnung und den offiziellen Stempel der autorisierten Impfstelle enthalten. Fehlt ein Element oder ist der Stempel unleserlich, können Grenzbehörden die Einreise verweigern.
Wer ohne gültiges Internationales Impfzertifikat (ICVP) in ein Pflichtland einreist, riskiert Quarantäne oder Einreiseverweigerung direkt am Flughafen. In manchen Fällen kann ein Waiver-Zertifikat als Ersatz akzeptiert werden, jedoch liegt die Entscheidung bei der jeweiligen Grenzbehörde. Nicht alle Länder akzeptieren das Waiver-Dokument.
Seit 2016 erkennen die meisten Grenzbehörden ältere Zehn-Jahres-Zertifikate rückwirkend als lebenslang gültig an. Einige Länder tun dies jedoch nicht. Wer ein älteres Zertifikat besitzt, sollte prüfen, ob das Zielland dieses Dokument akzeptiert – im Zweifel ist eine neue Impfung die sicherere Lösung.
Brasilien hat keine formale Einreisepflicht für die Gelbfieber-Impfung, die STIKO empfiehlt sie jedoch ausdrücklich für Reisen in die Amazonasregion. Das Übertragungsrisiko in diesen Endemiegebieten ist unabhängig von Grenzkontrollen real. Reisende aus Endemiegebieten können beim Weitertransit in Drittländer zudem nachweispflichtig sein.
Sources
- Gelbfieber - Video — tropeninstitut.de








